Fünf Tage Auszeit zwischen Asphalt und Staub, zwischen Pässen und weiten Tälern.
Die Kleine Karoo ist kein Ort, den man einfach durchquert – sie fordert Zeit, Bewegung und Aufmerksamkeit. Diese Tour verbindet ruhige Regionalstraßen mit ursprünglichen Trails, Campen unter Sternen mit langen Anstiegen aus eigener Kraft. Run, Ride, Camp. Weniger Programm, mehr Raum. Eine kurze Reise in eine Landschaft, die reduziert ist auf das Wesentliche – und genau deshalb so intensiv.
Fünf Tage. Nicht weit weg, aber weit draußen.
Es geht nach Westen, die N1 entlang, bis der Abzweig zur R318 auftaucht. Eine dieser Straßen, die man nicht einfach fährt, sondern erlebt. Sie verbindet De Doorns und Touws River mit Montagu, schneidet durch Pässe und Täler der Kleinen Karoo und wechselt ständig ihren Charakter: kurvig und eng, dann wieder ruhig und offen. Kaum Verkehr, viel Landschaft. Zeit bekommt hier eine andere Geschwindigkeit.
Die erste Station: Gecko Rock.
Ein privates Naturreservat, hoch gelegen, rau und still. Die Landschaft ist reduziert auf das Wesentliche: Felsplatten, loses Geröll, niedriges Fynbos. Dazwischen diese besondere Stille der Karoo, in der selbst Schritte laut wirken und Gedanken Platz bekommen.
Der Campingplatz liegt drei Kilometer von der Rezeption entfernt, mitten im Reservat. Sieben großzügige Stellplätze, einfache, saubere Duschen und Toiletten, eine kleine Küche, ein Pool. Kein Schnickschnack, genau richtig. Ein Ort für zwei Tage Run, Ride und Runterfahren.
Der erste Trailrun beginnt ohne Eile. Ursprüngliche, gut markierte Trails führen über festen Fels, durch leichtes Auf und Ab. Technisch fordernd, aber gut laufbar. Kein Flow im klassischen Sinn, eher Aufmerksamkeit. Schritt für Schritt. Der Blick schweift weit über die Hügel, der Puls steigt ruhig, gleichmäßig. Am Abend, wenn das Licht flach wird und die Farben weicher, fühlt sich alles fast zeitlos an.
Zurück im Camp: Braai, ein kaltes Bier, ein Glas kühler Wein. Sterne bis zum Horizont. Kein Empfang, kein Lärm. Nur Karoo.
Am nächsten Tag wechselt der Fokus aufs Bike. Die Route führt hinüber zu den Nachbarn nach Drie Kuilen, ebenfalls ein privates Naturreservat. Die Landschaft verändert sich spürbar: mehr Tal, mehr Weite, mehr Rhythmus. Landwirtschaftlich geprägt, aber nie banal. Weichere Hügel, fließendere Linien. Je nach Jahreszeit staubiges Ocker oder überraschend sattes Grün.
Der lange Anstieg zum Klipstapels Top fordert Geduld. Nicht wegen extremer Steilheit, sondern wegen der Länge und des Untergrunds. Grober Schotter, felsige Stufen, kurze Rampen, die Kraft kosten. Oben dann: Weite. Ein weiter Blick über die Montagu-Langberge. Kein Gipfelzeichen, keine Geräusche, nur Wind und Himmel. Man sieht, wie Täler, Pässe und Berge ineinandergreifen – das Koo Valley, die trockeneren Ebenen Richtung Montagu, diese klaren Linien, die Südafrika hier so unverkennbar machen.
Der Rückweg: fast nur bergab. Zurück ins Camp, zurück ins abendliche Ritual.
Gecko Rock. Drie Kuilen.
Run. Ride. Camp. Repeat.
Am nächsten Morgen noch ein kurzer Trailrun auf dem Rheboksvlakte Trail, dann geht es weiter zur zweiten Etappe nach Montagu. Wieder zurück auf die R318, die jetzt noch einmal zeigt, warum sie zu den schönsten Regionalstraßen der Region zählt.
Zuerst der Rooihoogte Pass, der südliche Einstieg von der N1. Gut ausgebaut, asphaltiert, mit rund 370 Höhenmetern auf knapp acht Kilometern. Der Blick öffnet sich ins bergige Umland und tief hinunter ins Tal des Koo River. Ein Pass mit Geschichte, angelegt im späten 19. Jahrhundert.
Unten breitet sich das Koo Valley aus. Grün, fruchtbar, geprägt von Obstplantagen. Äpfel, Birnen, Reihen um Reihen. Ein unerwartetes Kontrastbild inmitten der sonst trockenen Karoo.
Direkt danach folgt der Burgers Pass, oft auch Koo Pass genannt. Enge Kurven, steilere Abschnitte, immer wieder Ausblicke in das Koo- und später das Keisie Valley. Auch dieser Pass stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde später weiter ausgebaut. Geschichte, die man heute einfach fährt.
Das Keisie Valley führt schließlich Richtung Montagu. Landwirtschaftliche Flächen, weite Ebenen, von Bergen eingerahmt. Abwechslungsreich, ruhig, fotogen.
In Montagu endet der Tag im De Bos Backpacking & Camping. Ein kleiner, einfacher, liebevoll geführter Platz. Wenige Stellplätze, ausreichend Duschen, ein großer Pool, viel Raum. Unkompliziert, entspannt, perfekt für zwei Tage zum Ankommen.
Fünf Tage Kleine Karoo.
Nicht spektakulär im lauten Sinn – aber genau deshalb so gut.
Die Karoo – einer der ruhigsten Gegenden der Welt
Die Karoo ist eine riesige Halbwüstenregion in Südafrika, bekannt für ihre weiten Landschaften, einzigartigen Ökosysteme und beeindruckenden Felsformationen. Sie erstreckt sich über die Provinzen Westkap, Nordkap und Ostkap und wird oft in zwei Hauptteile unterteilt:
Die Große Karoo – Eine trockene, weite Ebene mit karger Vegetation, bekannt für ihre Schafzucht und Fossilienfunde.
Die Kleine Karoo – Ein fruchtbareres Tal zwischen Bergketten, das sich besonders für den Anbau von Wein und Straußenfarmen eignet (z. B. in Oudtshoorn).
Das Klima ist bestimmt durch heiße Sommer und kalte Winter. Beeindruckende Sehenswürdigkeiten sind der Karoo-Nationalpark, der Tankwa-Karoo-Nationalpark und die beeindruckenden Felsformationen der „Valley of Desolation“ bei Graaff-Reinet.
Der Abend bricht an, und mit ihm kehrt eine fast unwirkliche Stille ein. Nur der Wind raschelt sanft durch die trockenen Büsche, während ich das Feuer für meinen Braai entfache. Der Duft von brutzelndem Fleisch mischt sich mit der würzigen, warmen Luft der Wüste. In der Hand ein Glas Cabernet Sauvignon, über mir ein Firmament, das Millionen von Sternen offenbart – ein Himmel, so klar und weit, dass er einem den Atem raubt.
Die Bushman Valley Lodge liegt in den wunderschönen Oukloof-Bergen, ein einzigartiges, 1200 ha großes privates Naturschutzgebiet am Fuße der Swartberge, südlich von Prince Albert. Das Naturreservat erstreckt sich von knapp außerhalb der Stadt Prince Albert bis zum ersten Wasser („eerste water“) innerhalb des majestätischen Swartberg-Passes.
Das Camp verfügt über fünf charmante Chalets und sechs großzügige, ebene Camping-Spots – alle ausgestattet mit eigenem Stromanschluss, Waschbecken und Grillplatz. Für zusätzlichen Komfort sorgen ein zusätzlicher Waschraum, mehrere Feuerstellen sowie idyllische Grill- und Picknickplätze mitten im Busch. Ein erfrischender Swimmingpool lädt nach einem erlebnisreichen Tag zum Entspannen ein.
Die Teri-Lemveli Lodge liegt wenige Kilometer außerhalb von Beaufort West direkt an der N1 – eingebettet in die Weite der südafrikanischen Karoo. Sie ist mehr als nur ein bequemer Zwischenstopp zwischen Kapstadt und Johannesburg: eine kleine Oase, in der Stille, Weitblick und Natur den Ton angeben.
Die Lodge bietet verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten – von komfortablen Chalets mit Blick auf den Stausee bis zu rustikalen, aber gemütlichen Cottages. Die Atmosphäre ist ruhig, der Empfang freundlich. Die Umgebung lädt zu einem Spaziergang ein, besonders schön zum Sonnenuntergang, wenn das Licht die Karoo in Gold taucht. Wer will, kann auch Vögel beobachten oder im kleinen Pool entspannen.
Ein besonderes Highlight ist das Abendessen (wenn man es vorbestellt): einfache, südafrikanische Hausmannskost – oft mit Lamm aus der Region. Am Morgen gibt es ein solides Frühstück, bevor die Reise weitergeht.
Teri-Lemveli ist nicht spektakulär, aber authentisch. Ein Ort zum Runterkommen – und ideal für alle, die auf der langen Strecke durch das Herz Südafrikas eine ehrliche, ruhige Pause suchen.