27. - 31. Dezember 2025

Kleine Karoo 2

Unterwegs in der Kleinen Karoo auf der R318 zwischen Tours River and Montagu.

Staub, Schluchten, Strand

Fünf Tage Auszeit zwischen Asphalt und Staub, zwischen Pässen und weiten Tälern.
Die Kleine Karoo ist kein Ort, den man einfach durchquert – sie fordert Zeit, Bewegung und Aufmerksamkeit. Diese Tour verbindet ruhige Regionalstraßen mit ursprünglichen Trails, Campen unter Sternen mit langen Anstiegen aus eigener Kraft. Run, Ride, Camp. Weniger Programm, mehr Raum. Eine kurze Reise in eine Landschaft, die reduziert ist auf das Wesentliche – und genau deshalb so intensiv.

Die Karoo – einer der ruhigsten Gegenden der Welt

Die Karoo ist eine riesige Halbwüstenregion in Südafrika, bekannt für ihre weiten Landschaften, einzigartigen Ökosysteme und beeindruckenden Felsformationen. Sie erstreckt sich über die Provinzen Westkap, Nordkap und Ostkap und wird oft in zwei Hauptteile unterteilt:
Die Große Karoo – Eine trockene, weite Ebene mit karger Vegetation, bekannt für ihre Schafzucht und Fossilienfunde.

Die Kleine Karoo – Ein fruchtbareres Tal zwischen Bergketten, das sich besonders für den Anbau von Wein und Straußenfarmen eignet (z. B. in Oudtshoorn).

Das Klima ist bestimmt durch heiße Sommer und kalte Winter. Beeindruckende Sehenswürdigkeiten sind der Karoo-Nationalpark, der Tankwa-Karoo-Nationalpark und die beeindruckenden Felsformationen der „Valley of Desolation“ bei Graaff-Reinet.

27.12. - 31.12.2025

Kurztrip in die Kleine Karoo

Fünf Tage. Nicht weit weg, aber weit draußen.

Es geht nach Westen, die N1 entlang, bis der Abzweig zur R318 auftaucht. Eine dieser Straßen, die man nicht einfach fährt, sondern erlebt. Sie verbindet De Doorns und Touws River mit Montagu, schneidet durch Pässe und Täler der Kleinen Karoo und wechselt ständig ihren Charakter: kurvig und eng, dann wieder ruhig und offen. Kaum Verkehr, viel Landschaft. Zeit bekommt hier eine andere Geschwindigkeit.

Die erste Station: Gecko Rock.

Ein privates Naturreservat, hoch gelegen, rau und still. Die Landschaft ist reduziert auf das Wesentliche: Felsplatten, loses Geröll, niedriges Fynbos. Dazwischen diese besondere Stille der Karoo, in der selbst Schritte laut wirken und Gedanken Platz bekommen.

Der Campingplatz liegt drei Kilometer von der Rezeption entfernt, mitten im Reservat. Sieben großzügige Stellplätze, einfache, saubere Duschen und Toiletten, eine kleine Küche, ein Pool. Kein Schnickschnack, genau richtig. Ein Ort für zwei Tage Run, Ride und Runterfahren.

Der erste Trailrun beginnt ohne Eile. Ursprüngliche, gut markierte Trails führen über festen Fels, durch leichtes Auf und Ab. Technisch fordernd, aber gut laufbar. Kein Flow im klassischen Sinn, eher Aufmerksamkeit. Schritt für Schritt. Der Blick schweift weit über die Hügel, der Puls steigt ruhig, gleichmäßig. Am Abend, wenn das Licht flach wird und die Farben weicher, fühlt sich alles fast zeitlos an.

Zurück im Camp: Braai, ein kaltes Bier, ein Glas kühler Wein. Sterne bis zum Horizont. Kein Empfang, kein Lärm. Nur Karoo.

Am nächsten Tag wechselt der Fokus aufs Bike. Die Route führt hinüber zu den Nachbarn nach Drie Kuilen, ebenfalls ein privates Naturreservat. Die Landschaft verändert sich spürbar: mehr Tal, mehr Weite, mehr Rhythmus. Landwirtschaftlich geprägt, aber nie banal. Weichere Hügel, fließendere Linien. Je nach Jahreszeit staubiges Ocker oder überraschend sattes Grün.

Der lange Anstieg zum Klipstapels Top fordert Geduld. Nicht wegen extremer Steilheit, sondern wegen der Länge und des Untergrunds. Grober Schotter, felsige Stufen, kurze Rampen, die Kraft kosten. Oben dann: Weite. Ein weiter Blick über die Montagu-Langberge. Kein Gipfelzeichen, keine Geräusche, nur Wind und Himmel. Man sieht, wie Täler, Pässe und Berge ineinandergreifen – das Koo Valley, die trockeneren Ebenen Richtung Montagu, diese klaren Linien, die Südafrika hier so unverkennbar machen.

Der Rückweg: fast nur bergab. Zurück ins Camp, zurück ins abendliche Ritual.

Gecko Rock. Drie Kuilen.
Run. Ride. Camp. Repeat.

Am nächsten Morgen noch ein kurzer Trailrun auf dem Rheboksvlakte Trail, dann geht es weiter zur zweiten Etappe nach Montagu. Wieder zurück auf die R318, die jetzt noch einmal zeigt, warum sie zu den schönsten Regionalstraßen der Region zählt.

Zuerst der Rooihoogte Pass, der südliche Einstieg von der N1. Gut ausgebaut, asphaltiert, mit rund 370 Höhenmetern auf knapp acht Kilometern. Der Blick öffnet sich ins bergige Umland und tief hinunter ins Tal des Koo River. Ein Pass mit Geschichte, angelegt im späten 19. Jahrhundert.

Unten breitet sich das Koo Valley aus. Grün, fruchtbar, geprägt von Obstplantagen. Äpfel, Birnen, Reihen um Reihen. Ein unerwartetes Kontrastbild inmitten der sonst trockenen Karoo.

Direkt danach folgt der Burgers Pass, oft auch Koo Pass genannt. Enge Kurven, steilere Abschnitte, immer wieder Ausblicke in das Koo- und später das Keisie Valley. Auch dieser Pass stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde später weiter ausgebaut. Geschichte, die man heute einfach fährt.

Das Keisie Valley führt schließlich Richtung Montagu. Landwirtschaftliche Flächen, weite Ebenen, von Bergen eingerahmt. Abwechslungsreich, ruhig, fotogen.

In Montagu endet der Tag im De Bos Backpacking & Camping. Ein kleiner, einfacher, liebevoll geführter Platz. Wenige Stellplätze, ausreichend Duschen, ein großer Pool, viel Raum. Unkompliziert, entspannt, perfekt für zwei Tage zum Ankommen.

Der vierte Tag beginnt langsam. Montagu ist noch ruhig, die Sonne steht tief, als ich im The Barns 62 sitze. Cappuccino, Frühstück, Gespräche im Hintergrund. Ein guter Ort, um kurz innezuhalten, bevor es wieder ernst wird. Beine sortieren, Route im Kopf durchgehen, Helm auf.

Dann geht es aufs Bike und direkt hinein in den Ouberg Pass. Der Anstieg zieht sich gleichmäßig nach oben, ohne brutal zu sein, aber ehrlich. Der Pass verbindet Montagu mit der höher gelegenen Karoo und steigt stetig über viele Kilometer an. Grober Schotter, weite Kurven, offene Landschaft. Mit jedem Höhenmeter wird es ruhiger, weiter, karger. Die Täler unter mir verlieren an Farbe, das Grün weicht staubigen Tönen. Der Rhythmus findet sich schnell: treten, atmen, schauen. Kein Verkehr, nur das Knirschen der Reifen und der Wind. Der Ouberg Pass wirkt weniger spektakulär als andere, aber genau darin liegt seine Stärke – lang, konstant, meditativ.

Oben dann wieder dieses Gefühl von Abstand. Weit weg vom Ort, vom Alltag, von allem, was laut ist.

Der Wechsel kommt abrupt mit der Abfahrt über den Joubert Pass.
Schmaler, rauer, technischer. Der Untergrund wird grober, die Linien enger. Der Pass schlängelt sich steil hinunter, mit kurzen, ruppigen Abschnitten und überraschenden Blicken in das Tal. Konzentration ist gefragt. Bremsen, rollen lassen, lesen, reagieren. Der Joubert Pass fühlt sich wilder an, weniger gezähmt. Mehr Karoo, weniger Komfort.

Nach 48 Kilometern rolle ich zurück nach Montagu. Staubig, müde, zufrieden.

Im The Barns 62 wartet, was jetzt genau richtig ist: ein kaltes Bier und ein Stück Cheesecake. Helm neben dem Stuhl, Beine ausgestreckt, Gespräche um mich herum. Die Tour klingt langsam ab, ohne Eile.

Zurück auf dem Campingplatz geht es direkt in den Pool. Staub abwaschen, Hitze loswerden, kurz schwerelos sein. Danach dieser ruhige Übergang vom Tag in den Abend, den man hier schnell zu schätzen lernt.

Und dann wieder das vertraute Ritual: Braai, ein Glas Wein, das Knistern des Feuers. Der Himmel färbt sich weich, die Berge werden still. Kein Plan mehr, keine Strecke, nur Ankommen. So endet der vierte Tag – nicht mit Tempo, sondern mit Ruhe.

Kleine Karoo, du darfst bleiben.

Der Morgen des fünften Tages beginnt mit einer kurzen Fahrt Richtung Van Loveren. Weinberge statt Fels, Reihen statt Weite. Die Landschaft wirkt geordneter, fast zahm – und doch hat sie ihren eigenen Rhythmus.

Ich schwinge mich noch einmal aufs Mountainbike und fahre auf den Van Loveren MTB Trail. Ein Trail mit Geschichte – und mit Spuren. Nach den großen Regenfällen vor zwei Jahren wurde er nicht mehr gepflegt, ist offiziell geschlossen, aber noch immer befahrbar. Der Untergrund ist rauer geworden, ausgewaschen, stellenweise zugewachsen. Linien verschwinden, tauchen wieder auf. Man fährt langsamer, aufmerksamer. Kein Flow-Trail mehr, sondern ein Stück Improvisation. Gerade das macht den Reiz aus: lesen, anpassen, akzeptieren. Natur gewinnt hier gerade zurück, was ihr gehört.

Mittags geht es zu Stefanie’s at Van Loveren. Schatten, gutes Essen, ein Glas in der Hand. Beine hoch, Staub abklopfen, zurück in den Genussmodus. Ein ruhiger Abschluss dieser Etappe.

Dann die Heimfahrt nach Hout Bay. Die Berge werden höher, der Verkehr dichter, die Karoo liegt langsam hinter mir. 

Viel gesehen, viel gefahren, wenig gesagt. 

Fünf Tage Kleine Karoo.
Eine Tour, die nachklingt. Nicht spektakulär im lauten Sinn – aber genau deshalb so gut.

Ein ruhiger, abgelegener Campingplatz inmitten beeindruckender Felsformationen und weiter Natur. Die Stellplätze sind großzügig angelegt und bieten viel Privatsphäre, perfekt für alle, die dem Trubel entfliehen möchten. Die Umgebung lädt zu Wanderungen, kleinen Klettereinheiten und entspannten Stunden in der Natur ein – besonders schön bei Sonnenauf- und -untergang.
Ein authentischer, rustikaler Campingplatz im Herzen der Karoo, ideal für Abenteurer und Offroad-Fans. Die Weite der Landschaft, die absolute Ruhe und der spektakuläre Sternenhimmel machen diesen Ort besonders. Perfekt für alle, die echtes Wildnis-Feeling suchen und die Natur in ihrer ursprünglichsten Form erleben möchten.
Ein grüner, schattiger Campingplatz mit entspannter, fast familiärer Atmosphäre. Umgeben von Bäumen bietet er angenehmen Schutz vor der Sonne und lädt zum Verweilen ein. Die ruhige Umgebung eignet sich hervorragend zum Abschalten, während die Nähe zur Natur viele Möglichkeiten für Spaziergänge und kleine Entdeckungstouren bietet.